Quelleninventar / Uranprojekt

Einleitung zum Quelleninventar

Einleitung zum Quelleninventar „Dokumente des deutschen Uranprojekts 1939 bis 1945“ in Beständen des Archivs der Max-Planck-Gesellschaft

Aufgrund der häufigen Anfragen zu den Themengebieten rund um das „Uranprojekt“ steht das tabellarische Quelleninventar samt weiterer relevanter Hinweise dem interessierten Nutzer zur Verfügung.

Uranprojekt_Quelleninventar.xls

Für das Inventar wurden im Zeitraum von Januar bis Juli 2018 die relevanten Dokumente des Bestandes „Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik“ (Signatur: AMPG, I. Abt., Rep. 34) in einer detaillierten Einzelaufstellung erfasst und mit einer kurzen inhaltlichen Zusammenfassung versehen. Die Überlieferung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik ermöglicht eine nahezu vollständige Dokumentation der Tätigkeit des Instituts während des Zweiten Weltkrieges und damit auch dessen zentraler Rolle und bedeutenden Beitrages für die deutsche Forschung zur Nutzung der Urankernspaltung zur Energiegewinnung und für Rüstungszwecke in jenen Jahren. Auch einige bisher nicht verfügbare relevante Dokumente konnten damit der Forschung zur Verfügung gestellt werden. Neben den originären Unterlagen des KWI für Physik enthält der Bestand auch einige Fremdprovenienzen (u. a. Chemische Fabrik Grünau, Auergesellschaft, Zyklotronakte von Prof. G. Hoffmann am Physikalischen Institut der Universität Leipzig, SMAD-Papiere zur deutschen Uranforschung), die das Bild vom Wirken des Uranvereins und den kriegsbedingten Schwierigkeiten, u. a. bei der Beschaffung von Material und Geräten, ergänzen. Siehe dazu die Einleitung des Findbuchs Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik. Die numerische Ordnung der Dokumente nach fortlaufender Archivsignatur kann thematisch nach Stichworten gefiltert und gegliedert werden. Mögliche Filterkriterien sind unterhalb der Liste angegeben. Infolge der Recherchen des Forschungsprogramms der Präsidentenkommission „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus“ konnten Akten des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik, welche im April 1945 von den sowjetischen Besatzungstruppen in Berlin-Dahlem beschlagnahmt worden waren, im Atomministeriums der Russischen Föderation in Moskau ausfindig gemacht und schließlich in den Jahren 2007 bis 2010 vom Archiv der Max-Planck-Gesellschaft erworben werden. Die Nutzung und Auswertung des in Etappen ankommenden Materials erfolgte auf Grund der wissenschaftshistorischen Dringlichkeit der Thematik umgehend nach Erhalt der Unterlagen, also bereits vor der archivischen Erschließung. Um dennoch eine Erforschung zu ermöglichen, wurden provisorische Signaturen vergeben. Entsprechend muss die Zuordnung, vor allem im Falle älterer Zitationen, anhand der Konkordanzliste (download) erfolgen.

Auf diesen Umstand weisen auch die Anmerkungen im Quelleninventar hin. Hinweis: Siehe auch die Einleitung im Findmittel. Ein zusätzlicher Anhang (Uranprojekt_Uebersichten.pdf) mit Übersichten zum deutschen Uranprojekt gibt Erläuterungen zu Personen, Institutionen und Ereignissen ohne jedoch den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Die dort zu findende Literaturauswahl berücksichtigt im besonderen Maße auch jüngere Veröffentlichungen von Autoren, welche das Archiv der MPG für ihre Recherchen genutzt haben (Stand August 2018). Ergänzend sind in der Übersicht auch Unterlagen der Generalverwaltung der KWG (AMPG, I. Abt., Rep. 1A) und aus dem Nachlass von Werner Heisenberg, einem der führenden Wissenschaftler des Uranvereins und Direktor am KWI für Physik ab 1942 (AMPG, III. Abt., Rep. 93), erfasst worden, soweit diese im Bezug zum Thema stehen.

 
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